Managed Switch
Ein Managed Switch ist ein Switch mit Konfiguration. Wichtigstes Feature hier: VLANs nach Standard 802.1Q. Damit lässt sich ein physischer Switch in mehrere getrennte logische Netze aufteilen.
Er kann alles, was der unmanaged Switch kann (MAC-Learning, STP) — nur je VLAN getrennt.
Ports: Access und Trunk
Jeder Port hat einen Modus:
- Access: gehört zu genau einem VLAN (der PVID). Hier hängt ein normaler Host. Frames laufen untagged — der Host weiß nichts von VLANs.
- Trunk: trägt mehrere VLANs gleichzeitig zu einem anderen Switch oder Router. Damit die Gegenseite die VLANs auseinanderhält, wird in jeden Frame ein VLAN-Tag (die VLAN-Nummer) eingefügt. Ausnahme: das native VLAN läuft auch auf dem Trunk untagged.
Eine MAC-Tabelle pro VLAN
Der entscheidende Unterschied zum unmanaged Switch: Er lernt MAC-Adressen getrennt je VLAN. Ein Frame aus VLAN 10 wird nur zu VLAN-10-Ports geflutet/geforwardet; VLAN-20-Ports sind für ihn nicht existent.
Ergebnis: Jedes VLAN ist eine eigene Broadcast-Domäne. Zwei Hosts in verschiedenen VLANs erreichen sich auf Layer 2 nicht — auch nicht per Broadcast.
Häufige Verwirrung: „Hat ein VLAN eine MAC?"
Nein. Ein VLAN auf dem Switch ist nur eine getrennte MAC-Tabelle plus eine Broadcast-Domäne — kein Interface, keine IP, keine eigene MAC. Eine MAC + IP bekommt ein VLAN erst durch ein Gateway-Interface auf einem Router (Layer 3). Siehe VLAN und Routing.
Genau deshalb pingt Host(VLAN1) ↔ Managed Switch ↔ Host(VLAN2) nicht: Der
Switch trennt die VLANs, und ohne Router gibt es kein Gateway, das dazwischen
routet.